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Doreen Handte

staatlich anerkannte Ergotherapeutin
diplomierte Legasthenie & Dyskalkulie-Trainerin
Inklusionstherapeutin

Woran kann man Legasthenie oder Dyskalkulie erkennen?

Was sind erste Anzeichen an denen man erkennt, dass bei einem Kind oder auch einem Erwachsenen eine Legasthenie oder Dyskalkulie vorliegen könnte?

Bei einer Legasthenie werden ähnlich klingende oder ähnlich aussehende Buchstaben oder Worte verwechselt, Kinder schreiben sehr langsam und ihr Schriftbild ist undeutlich bis unleserlich. Die Groß- und Kleinschreibung ist fehlerhaft, manchmal schreiben die Kinder mitten im Wort groß. Satzzeichen werden oft fehlerhaft oder gar nicht gesetzt, bei Betroffenen ist eine sehr hohe Fehlerzahl zu finden. Außerdem wird der Sinn des Gelesenen nicht verstanden. Dehnungen oder Schärfungen sind fehlerhaft, harte und weiche Mitlaute werden verwechselt. Selbst beim Abschreiben von Texten treten verstärkt Fehler auf. Anzeichen können auch Schwierigkeiten im Merken des Alphabets sein. Das Fach Deutsch lehnen betroffene Schüler vehement ab.
Im Falle von Dyskalkulie werden ähnlich klingende oder aussehende Zahlen verwechselt. Betroffene Kinder haben große Schwierigkeiten im Kopfrechnen, ihre Aufgaben werden oft nur durch Abzählen gelöst. Ihr Rechentempo ist sehr langsam. Zudem haben viele Betroffene Schwierigkeiten in der Raumwahrnehmung und Mengenerfassung.

Geübtes vergessen die Schüler sehr schnell wieder. In den meisten Fällen lehnen die Kinder das Unterrichtsfach Mathematik ab.

Welche Möglichkeiten haben Sie als zertifizierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainerin festzustellen, ob eine Legasthenie oder Dyskalkulie vorliegt?

Ich führe die Diagnostik anhand eines AFS- Tests, (nur ein zertifizierter Legasthenie und Dyskalkulietrainer ist autorisiert den AFS- Test durchzuführen), mit Hilfe von Fehleranalysen, speziellen Deutsch/ Mathetests sowie mit gezielter Beobachtung durch. Danach erstelle ich ein Gutachten, das in der jeweiligen Schule Berücksichtigung finden sollte und das Training kann beginnen.

Legastheniker oder auch Dyskalkuliker brauchen eine ganz individuelle Förderung – wie sieht ein solches Training in Ihrer Praxis aus?

Ein solches Training kann nur durch Spezialisten erfolgen. Ich biete Diagnostik und das spezielle Training in meinen drei Praxen an. Zunächst wird ein individueller, auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmter Trainingsplan erstellt, der jederzeit flexibel angepasst werden kann. Weil es sich sowohl bei der Legasthenie als auch bei der Dyskalkulie um Teilleistungsstörungen handelt, müssen die speziell beim Test auffällig gezeigten Sinnesbereiche der Betroffenen trainiert werden. Hilfreich sind auch spezielle Arbeitsblätter mit Aufgaben, die genau auf das Kind abgestimmt sind.

Funktioniert ein solches Training nur als Frühförderung oder auch bis ins Erwachsenenalter?

Sowohl die Diagnostik, als auch das Training funktionieren bei Kindern genauso wie bei Erwachsenen. In einigen Fällen sind die Teilleistungsstörungen schon im Kindergarten zu erkennen. Mit einem abwechslungsreichen Training können die Probleme beim Rechnen, Schreiben oder Lesen reduziert werden und man nimmt den Betroffenen eine große Last von den Schultern.

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